Was Deutschland nervt!

Verspätete Busse, lange Kassenschlangen oder der Partner, der mal wieder nicht das Toilettenpapier nachgefüllt hat, aus der WM-Vorrunde rausgeflogen – es gibt viele Situationen im Alltag, die uns sprichwörtlich unter die Decke gehen lassen. Welche das sind, hat eine neue Ipsos-Studie im Auftrag von Zewa herausgefunden. Und was wir dagegen tun können, weiß Diplom-Psychologe Valentin Nowotny.

Wir alle kennen dieses Gefühl des Genervtseins. Es legt sich wie ein Filter über unsere Stimmung, trübt sie und lässt uns aufbrausend werden. Dabei können schon kleinste Dinge der Auslöser dafür sein. In einer Ipsos-Studie im Auftrag von Zewa gibt jeder zweite Deutsche zu, bereits von Kleinigkeiten genervt zu sein. „Das können Klassiker sein wie vermeintlich schlechtes Wetter oder Parkplatznot, aber auch bestimmte Eigenschaften der Familie und der Freunde“, erklärt Valentin Nowotny. Es ist also immer eine Frage der Perspektive. Die gute Nachricht: Über leere Toilettenpapierrollen, die der Vorgänger nicht entsorgt hat, muss man sich ab sofort nicht mehr ärgern. Denn das neue Zewa Smart kommt ganz ohne Papphülse aus.

Strapazierte Nerven durch Zeitnot

Stress und Hektik im Alltag haben oft zur Folge, dass wir uns schnell über Dinge aufregen. „Das Zeitproblem wird immer präsenter, obwohl der Tag nach wie vor 24 Stunden hat. Dadurch, dass wir durch Smartphones & Co ständig erreichbar sind, wächst der Produktivitätsanspruch – und damit auch unsere Reizbarkeit“, stellt Nowotny fest. Das bestätigt auch die Studie. Demnach glauben 87 Prozent der deutschen Frauen und Männer, dass viele Menschen von zu wenig Zeit im Alltag genervt sind. Und 73 Prozent kennen niemanden, der nie von etwas genervt ist. „Manchmal kann es schon helfen, eine Zeitbilanz zu erstellen. Schreiben Sie einmal auf, was Sie den ganzen Tag über tun. Kategorisieren Sie im Anschluss, was davon zum Erreichen der eigenen Ziele dient und was Sie auf Wunsch von anderen tun. Das kann dabei helfen, die eigenen Bedürfnisse und Ziele zu priorisieren und diese nicht aus den Augen zu verlieren“, rät der Psychologe.

Signale frühzeitig erkennen

Oft fällt es uns auch schwer, es adäquat mitzuteilen, wenn uns etwas stört. Fast jeder zweite Deutsche ist schnell genervt, versucht aber, seinem Umfeld diese Gefühle nicht zu zeigen. „Aggressivität ist eines der am meist tabuisierten Gefühle überhaupt. Viele Menschen können und wollen damit nicht umgehen. Dabei kann ein Wutausbruch – solange niemand zu Schaden kommt – auch ‚reinigende‘ Effekte haben. Es ist wichtig, Signale frühzeitig zu erkennen und direkt zu kommunizieren, wenn einen etwas nervt. Ist man erst auf 180, lässt man sich schnell von Emotionen leiten und wird seinen Mitmenschen gegenüber ungerecht“, erklärt Nowotny.

Generell gilt: Wir sollten andere immer so behandeln, wie wir es auch von ihnen erwarten. Da hilft es zu wissen, dass ganze 80 Prozent der Deutschen sich mehr Empathie und Geduld von ihren Mitmenschen wünschen. Bevor wir das nächste Mal also wieder genervt die Augen verdrehen, sollten wir versuchen, uns einmal in die Lage des anderen hineinzuversetzen.

Streitquelle Familie und Freunde

Nicht nur unterwegs oder auf der Arbeit gibt es Dinge, die uns zur Weißglut treiben. Auch zuhause sind wir oft mit Dingen konfrontiert, die unsere Nerven strapazieren. Fast jeder Dritte in Deutschland gibt an, dass ihn Partner und Familie bereits durch Kleinigkeiten nerven. Und jeder Zweite gibt sogar zu, bei Partner und Familie weniger Geduld zu haben als bei anderen Menschen. Warum das so ist, weiß Valentin Nowotny: „Der emotionale Zugriff auf Freunde und Familie ist in der Regel sehr viel leichter, weil wir die andere Seite nur allzu gut kennen. Außerdem ist es schwieriger, ihnen auszuweichen. Wir erwarten von ihnen, dass sie auf unsere Bedürfnisse Rücksicht nehmen, und gleichzeitig sinkt die Bereitschaft, ihre nervigen Angewohnheiten zu tolerieren.“ Fast jede dritte deutsche Frau wünscht sich sogar, dass ihr Partner diese für sie aufgibt. „Männer überspielen Genervtheit eher mal mit humoristischen Formulierungen und sind dadurch nachsichtiger, während Frauen eher die Mittel der Diplomatie nutzen, um in den Dialog zu gehen“, so Nowotny.

Zielführende Aktionen für mehr Gelassenheit

Das Gefühl des Genervtseins kann einem die Stimmung richtig vermiesen – auch wenn wir es gar nicht wollen. Viele wünschen sich in solchen Momenten mehr Gelassenheit. 58 Prozent der Deutschen merken, dass sie positiver denken sollten, um nicht so leicht genervt zu sein. Nowotny hat da einen Tipp: „Manchmal hilft es, nicht die Situation als kritisch zu betrachten, sondern wie wir damit umgehen. Statt sich zum Beispiel über herumliegenden Müll auf der Straße aufzuregen, sollte man diesen einfach mal aufheben und wegschmeißen. Die Zeit, in der wir uns normalerweise ärgern, wird so in eine zielführende und sinnvolle Aktion investiert.“ Überlegen wir im Alltag also das nächste Mal kurz, ob wir uns wirklich von Kleinigkeiten provozieren lassen wollen. Jeder fünfte Deutsche hat sich beispielsweise schon einmal mit seinem Partner gestritten, weil eine leere Toilettenpapierrolle nicht ersetzt wurde.

Die wichtigsten Studienzahlen auf einen Blick

  • Fast 50 Prozent der Deutschen geben an, bereits von Kleinigkeiten sehr schnell genervt zu sein – beispielsweise wenn nicht alles so funktioniert, wie sie es sich vorgestellt haben.
  • 57 Prozent der Deutschen sind von leeren Toilettenpapierrollen, (Bart-)Haaren im Waschbecken und ähnlichen Dingen im Badezimmer genervt.
  • 87 Prozent der deutschen Männer und Frauen glauben, dass viele Menschen genervt davon sind, im Alltag zu wenig Zeit zu haben.
  • „Ich kenne niemanden, der nicht von etwas genervt ist, egal ob beruflich oder privat“ – das sagen 73 Prozent der Deutschen.
  • 47 Prozent der Deutschen sind schnell genervt, versuchen das aber nicht zu zeigen.
  • 80 Prozent der deutschen Frauen und Männer wünschen sich mehr Empathie und Geduld von ihren Mitmenschen.
  • 30 Prozent der Deutschen geben an, dass Partner oder Familie sie bereits durch Kleinigkeiten wie Schmatzen, Fingernägelkauen oder die Tatsache, dass sie die Toilettenpapierrolle nicht wechseln, nerven.
  • 47 Prozent der Deutschen haben bei ihrem Partner und bei ihrer Familie weniger Geduld als bei anderen Menschen in ihrem Umfeld.
  • 31 Prozent der deutschen Frauen wünschen sich, dass ihr Partner seine nervigen Angewohnheiten für sie aufgibt.
  • 58 Prozent der Deutschen merken, dass sie positiver denken sollten, um nicht so leicht genervt zu sein.
  • 20 Prozent der Deutschen geben zu: „Ich habe mich schon einmal mit meinem Partner/Mitbewohner gestritten, weil eine leere Toilettenpapierrolle nicht ersetzt wurde.“
  • 71 Prozent der Deutschen sind von den Unmengen an Müll genervt, die heutzutage jeder produziert.

Quelle:
Was Deutschland nervt! Pressemitteilung der Essity GmbH Germany vn April 2018