Scrum

UPLOAD Ausgabe 54 „Teamwork“

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UPLOAD Ausgabe 54 „Teamwork“ mit Beiträgen von Jan Tißler,‎ Christiane Brandes-Visbeck,‎ Falk Hedemann und Valentin Nowotny-> Prädikat lesenswert !!! 😊😊😊

Ab 27. Dezember 2017 verfügbar als Kindle Edition.

 

Die Inhalte

In unserem neuen Schwerpunkt „Teamwork“ schauen wir uns an, wie eine positive Fehlerkultur die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen verbessern kann, was es mit „New Work“ auf sich hat, was bedenkenswert an Selbstorganisation à la Scrum ist und wie verteilte Teams effizient bleiben.


Über eine neue Fehlerkultur zum Erfolg im digitalen Wandel

Fehler werden in unserer Kultur in der Regel nur negativ gesehen: Sie sind etwas, was es zu vermeiden gilt. Dabei zeigt sich andernorts, dass man auch positiv mit ihnen umgehen kann. Und nicht zuletzt sind produktive Fehlerstrategien eine wichtige Voraussetzung für erfolgreiche Teams im digitalen Wandel, wie Christiane Brandes-Visbeck in diesem Beitrag aufzeigt. Sie gibt fünf Tipps dazu, wie sich das erreichen lässt.

New Work: Das Urspungsmodell der Neuen Arbeit und der Status Quo

Die Digitalisierung verändert nicht nur weite Teile unserer Wirtschaft, sondern auch unsere Gesellschaft sowie die Art und Weise, wie wir heute und in Zukunft arbeiten. Unter dem Schlagwort „New Work“ gibt es bereits heute zahlreiche Initiativen, Events und Diskussionen – Tendenz steigend. Doch neu ist der Begriff eher nicht, er wird nur neu verwendet. Wir möchten in diesem Beitrag daher mal die Ursprünge von New Work aufzeigen und den aktuellen Stand der Diskussion entgegenstellen.

Remote Work: Verteilte Teams als Chance und wie man sie ergreift

Unternehmen ohne Anwesenheitspflicht im Büro sind noch immer die große Ausnahme, dabei werden flexible Arbeitsmodelle immer wichtiger. Jan Tißler zeigt in diesem Beitrag die Vor- und Nachteile verteilter Teams auf und gibt Tipps aus seiner eigenen Praxis weiter. Ergänzend dazu berichten drei Unternehmen aus Deutschland über ihre Erfahrungen mit Remote Work.

Scrum & Co: Ein Plädoyer für selbstorganisierte Teams

Teams können Erstaunliches leisten – wenn man denn die Arbeit richtig organisiert. Valentin Nowotny zeigt in diesem Beitrag auf, welche Stärken agile Methoden wie Scrum in diesem Zusammenhang haben. Sie setzen unter anderem auf Selbstorganisation statt Micromanagement. Dafür schaffen sie klare Strukturen und Formate.

Startup-Steckbrief Staffbase: Macht Mitarbeiterkommunikation mobil

Staffbase bringt die interne Kommunikation dorthin, wo es für die meisten Menschen passt: auf das Smartphone. Das Startup erstellt Apps für Unternehmen, über die sie auch jene Mitarbeiter erreichen, die eben nicht an einem Schreibtisch sitzen. Und das sind eine ganze Menge, wie die Macher in unserem neuesten Steckbrief erklären: 70% der Beschäftigten in Deutschland haben nur begrenzt Zugang zu Intranet oder E-Mails und sind damit „digital unsichtbar“.

Webinar: Agile in 100 Minuten am 14. Juli 2017

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In diesem Webinar erfahren Sie aus erster Hand alles, was Sie wissen müssen, um die agile Methodenwelt einzuordnen: Was ist wirklich wichtig? Welche Methodenwelten bzw. Agile Frameworks gibt es? Was ist eine agile Organisation und welche Wege gibt es hierhin? Agile in 100 Minuten ist eine kompakte Einführung, die alles Wichtige auf den Punkt bringt. Ihre Fragen und Ihr Input ist willkommen und wir nutzen das Online-Format so, dass alle Teilnehmer/innen in der zur Verfügung stehenden Zeit, zum einen sehr guten Überblick und Input bekommen, zum anderen auch Ihre Fragen und eigenen Überlegungen anbringen können. 100 Prozent spannendes Wissen, 100 Prozent Diskussion auf Augenhöhe, 100 wertvolle Minuten für alle, die teilnehmen. 

Inhaltsübersicht:

I. Agiles Mindset, Agile Werte, Agile Prinzipien!
2. Die agile Organisation: was macht sie aus?
3. Agile Methodenwelten: einmal von A bis Z!
4. Der Weg ins Agile Arbeiten: wo anfangen

Minimale Teilnehmerzahl: 10
Maximale Teilnehmerzahl: 20

PS: Das Webinar setzt keine Vorkenntnisse voraus und ist für Leser und (Noch-) Nicht-Leser von "Agile Unternehmen" gleichermaßen geeignet.

Workshop "Agiles Arbeiten" jetzt mit attraktivem Frühjahrs-Discount + neuer Termin 4./5. Juli 2017

Hätten Sie nicht Lust, sich mit einer Gruppe ebenfalls Interessierter und einem kompetenten Moderatoren-Team intensiv mit den agilen Methodenwelten auseinanderzusetzen? 

Wir machen es in zwei Tagen möglich: die VUCA-Welt, Agile Werte & Prinzipien, das Scrum-Framework, Arbeits-Visualisierung und Selbstorganisation mit Kanban, die emphatisch-kreative Welt des Design Thinking u.v.a.m. haben wir für Sie hineingepackt. 

Der nächste Workshop findet statt am 28.+ 29. März in der schönen Seminar-Location "juggleHUB", nur 5 Tram Stationen vom Berliner Alexanderplatz entfernt. Lassen Sie sich diese Möglichkeit nicht entgehen, "Agile" ist kein Schnupfen, sondern verändert die Art wie wir alle in Organisationen zusammen arbeiten werden! 

Anbei für Sie noch eine aktuelle Information zum Workshop: Erleben Sie jetzt "best practice" - "Agile" als Basiskompetenz für erfolgreiche Projekte und Teams. Jetzt ist unser Workshop Agiles Arbeiten BIG FIVE nämlich mit einem attraktivem Gruppen-Discount von rund 25 % buchbar (Werbecode "MRZ017"): https://www.eventbrite.de/e/workshop-tickets-31505653257

Und das sagen unsere Teilnehmer/innen: 

  • "Guter Mix aus Praxis und Theorie" 
  • "Agilität mit Humor und Lockerheit das Thema dargestellt, Agilität gezeigt und gelebt" 
  • "Alle Methoden gut und einleuchtend erklärt" 
  • "Gutes Trainerteam" 

Wir freuen uns, wenn Sie mit an Bord kommen, ahoi "Agile" :-)) 

Für Fragen erreichen Sie uns unter +49 (0)30 49 08 45 00. 

Alexander Schaaf & Valentin Nowotny

PS: Wenn Sie möchten, dann können Sie für Ihr Anmeldung natürlich auch gerne alternativ unser "klassisches" PDF-Buchungsformular nutzen.

Ab sofort gibt es einen neuen zusätzlichen Termin für "Agiles Arbeiten BIG FIVE". Wir haben hierfür den 4./5. Juli 2017 in Berlin ins Auge gefaßt. Wenn Sie schnell sind, können Sie sich hier eines unserer attraktiven Frühbucher-Tickets sichern... :-))

Need for Speed - Das Geheimnis kleiner Einheiten

Autor: Valentin Nowotny

Großraumbüros mit hunderten von Menschen, Abteilungen in denen man die Kollegen nur noch vom Sehen kennt und Hierarchien, in denen selbst die besten Ideen auf dem Weg nach oben zerrieben werden, sind eher die Regel als die Ausnahme. Das solche Systeme kaum noch kreative Ideen hervorbringen, ist daher kaum verwunderlich. Denn Menschen bevorzugen kleine überschaubare Einheiten und familiäre Atmosphäre: moderne Teams.

Kreativität ist mit 100 Menschen in einem Raum nur sehr schwer zu möglich, besonders über längere Zeiträume. Großraumbüros stressen fast alle Angestellten, sein der Ausblick aus den Großraumbüros noch so wunderbar! Die sogenannten „Großgruppenmethoden“ wie World Café, Zukunftskonferenz oder Real-Time-Strategic-Change (RTSC) sind übrigens die Ausnahme von der Regel, aber hier bedarf es dann schon sehr gut durchdachter Methoden und einem moderierten Vorgehen, um einen kreativen Prozess anzustoßen und diesen am Ende zusammenzuführen und zu verdichten.

In der Regel bevorzugen Menschen die kleine, überschaubare, fast familiäre Einheit. Warum? Alles in allem haben kleine Einheiten zahlreiche Vorteile: angefangen beim „menschlichen Maß“, über die höhere Motivation des Einzelnen und bessere Beweglichkeit der Gesamtorganisation sowie mehr „Sinn“ sind die naheliegenden. Darüber hinaus stärken kleine Teams die Hilfsbereitschaft untereinander, Vertrautheit und Vertraulichkeit kommt häufiger vor, darüber hinaus kommt es zu mehr positiven Emotionen. Schauen wir uns die Punkte doch einmal genauer an

Bessere Überschaubarkeit

Was passiert, wenn Sie nicht mehr alle Menschen an einem Tisch sehen können? Richtig, es wird unübersichtlich. Herr Meier „übersetzt“ Frau Müller was Herr Schneider gerade ausgeführt hat, etc. pp. Große Konferenzveranstalter neigen daher nicht umsonst zum Ovalen oder gar runden Tisch. Auch Seminare, bei denen es um Persönlichkeitsthemen geht, nutzen den „Stuhlkreis-Effekt“. Wenn man direkt kommunizieren kann, wird vieles leichter!

Höhere Motivation der Einzelnen

Menschen sind soziale Wesen. Das heißt: sie helfen gerne. Das gilt aber nicht uneingeschränkt, den nur die allerwenigsten helfen „jedem“. Man muss die Person kennen, und für Sie zumindest eine Sympathie heben, um ihr zu helfen. Mehr Beweglichkeit als Organisation, das zwischenmenschliche „Schmiermittel“ für schnellere Dreh- und Veränderungsbewegungen, hängt am Ende also entscheidend ab von der persönlichen Hilfsbereitschaft in einem Teamzusammenhang.

Mehr Sinn durch gemeinsame Fokussierung

Wenn ich einer von 500 oder 5.000, oder 50.000 bin, was macht meine Arbeit dann noch für einen Unterschied? Was ist der Sinn? Genau vor dieser Herausforderung stehen die Großunternehmen, auch größere Mittelständler sind betroffen. Ein „gesunder Handlungsstrang“ umfasst klare Ziele, einen berechenbaren Aufwand, eine Belohnung sowie zusätzlich auch ein wahrgenommener Nutzen und Sinn. Dieser gemeinsame Fokus funktioniert dauerhaft nur in kleinen Gruppen.

Kooperationsfähigkeit wird belohnt

Die Kooperationsfähigkeit von Menschen und auch von Tieren ist zum Teil erstaunlich: Amseln, Elefanten, Affen und Schweine ziehen gemeinsam an zwei Seilende, wenn Sie ausschließlich so an ein Leckerli kommen. Der Bemerkenswerte Film-Doku „Wie Tiere fühlen“ zeigt in einer sehr bemerkenswerten Weise, dass selbst Tiere zu einer positiven Kooperation fähig sind und berichtet z.B. von aktuellen Forschungen des Verhaltensbiologen Frans de Waal an der Emory University in Atlanta, inwieweit Tiere sich „fair“ verhalten und wann sie kooperieren. Für ihn steht außer Frage: "Wenn sich ein Individuum egoistisch verhält, wird es in Zukunft Schwierigkeiten haben. Auf lange Sicht lohnt sich Egoismus nicht."


Was ist nun der eigentliche Grund für die Vorteile der kleineren Gruppe in der Arbeitsorganisation? Auch wenn Sie dies an dieser Stelle verwundert, die Antwort ist einfach, und sie lässt sich mathematisch anleiten:  In Kleingruppen gibt es objektiv gesehen eine dramatisch kleinere Zahl an Kommunikationskanälen als in größeren Zusammenhängen.

Die Zahl der Kommunikationskanäle

Mathematisch gesehen ist die Zahl der bilateralen Verbindungen in einer Gruppe durchaus berechenbar. Die entsprechende Formel führt zu folgenden Ergebnissen: Bei zwei Personen gibt es genau einen Kommunikationskanal. Das ist wirklich überschaubar. Schon bei fünf Personen steigen diese jedoch schon auf zehn Kanäle an und bei zehn Personen sind es dann schon 55 Kommunikationskanäle! Bei sieben Personen reichen noch 21 Kanäle.

Dieser Schritt ist durchaus dramatisch. Wenn zu sieben nur drei weitere Personen in einem Team hinzugefügt werden, steigt also die Zahl der Kommunikationskanäle von 21 auf 55. Das ist ein Sprung um das 2,6fache! Und so richtig wild wird es, wenn es z.B. 20 Gruppenmitglieder gibt. Dann sind es rund 200 Kanäle. Oder wenn wir die Gruppenzahl noch einmal auf eine Größe von 40 verdoppeln. Hier sind dann schon rund 800 einzelne Kommunikationskanäle unterscheidbar.

Fazit: Wenn es einen gleichen Stand an Informationen geben sollte, da das Team gemeinsam an einem Ziel oder mehreren Zielen arbeitet, dann sind größere Gruppen jenseits von 10 Personen nicht mehr effizient. In kleineren Gruppen von fünf bis etwa sieben Mitarbeiten funktioniert dies noch jedoch sehr gut, da sich alle mein einem überschaubaren Aufwand auf einem gemeinsamen Stand halten können! Dann jedoch noch einen weitere „Kopf“ hinzuzufügen ist jedoch keineswegs unmöglich, stellt nur für das Team eine besondere Herausforderung dar.

Wie kommen Sie zu kleineren (Arbeits-)Einheiten?

Daten werden heute häufig nicht mehr auf lokalen Server und Festplatten gespeichert, sondern sind auf virtuellen Servern in der Cloud abgelegt. Der Vorteil: von jedem Ort der Welt sind diese Daten dann problemlos zugänglich. Ganz ähnlich haben die die Mitarbeitenden in einem kleinen Team jederzeit Zugriff auf persönliche Unterstützung der Kolleginnen und Kollegen, auf Feedback, auf positive Emotionen und direkte Reaktion sowie Zugang zu weiteren hilfreichen Ressourcen von Menschen, die ihnen etwas bedeuten und mit denen Sie täglich zu tun haben. Und das braucht es auch, um etwas Sinnvolles für das Unternehmen bewegen zu können.

 

Seminarempfehlung & Buchtipp

Semiarempfehlung: "Workshop Agiles Arbeiten" mit Alexander Schaaf & Valentin Nowotny. Der zweitägige Power-Workshop "Agile Practitioner BIG FIVE: Scrum, Kanban, Daily Standup, Retrospektiven und Design Thinking." Neue Formen des Arbeitens und Lernens können riesig Spaß machen. Hier geht's hier zur Buchung!

Buchtipp: "Agile Unternehmen: Fokussiert, schnell, flexibel. Nur was sich bewegt, kann sich verbessern" von Valentin Nowotny ist der aktuelle Business-Bestseller aus dem BusinessVillage Verlag zum Thema Agiles Management und agile Methodenwelten. Mit einem psychologischen Blick auf die Wirkmechanismen werden alle relevanten agilen Konzepte auf 396 Seiten umfassend dargestellt und erlauben eine schnelle und unterhaltsame Orientierung. Neugierig? Jetzt hier bestellen!

In 90 Tagen durch die Agile Welt – jetzt schon „super-spannend“!

Agile Denk- und Handlungsweisen sowie entsprechende Methoden und Techniken werden im Bereich Software-Entwicklung und im Projektmanagement zusehends gangbare Vorgehensweisen. Gespeist aus den Vereinigten Staaten, wo vom 11. bis 13. Februar 2001 das agile Manifest in der Lodge des „Snowbird Ski Resort“ in den „Wasatch Mountains“ auf einer Höhe von rund 2.500 Metern im (US-)amerikanischen Utah von 17  vom bisherigen Vorgehen entnervten Softwareentwickler unterzeichnet wurde. 

Weitere Entwicklungen in diese Richtung kamen auch aus Japan, wo Lean und Kaizen schon seit längerer Zeit nie für möglich gehaltene Quantensprünge bei der Qualität und Kundenzufriedenheit ermöglichen. Nicht nur Toyota macht‘s inzwischen möglich! Jetzt wird es auch für uns höchste Zeit, diese Entwicklung anzuschauen, auszuwerten und die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Doch welche Bedeutung hat Agilität für die Unternehmen auf dieser Seite des „großen Teichs“? Zahlreiche Studien belegen, dass auch in der D-A-CH Region „Agile“ inzwischen hoch-relevant geworden ist. Auf meiner AgileTeams.de-Website finden sich inzwischen immerhin schon sieben relevante Studien hierzu (vgl. http://www.agileteams.de/studien). 

Also, wenn nicht jetzt, wann dann ist der Zeitpunkt einmal genauer hinzuschauen. Erste Erkenntnisse zeigen auch, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist, genauer über das Thema Unternehmenskultur nachzudenken - denn das passende „Mindset“ des Einzelnen und eine gut gefüllte „Tool-Box“ führen direkt ins „Aus“, wenn die Unternehmenskultur nicht „mitspielt“. Nicht „Culture eats Strategy for Breakfast“, sondern: “Culture eats Everything for Breakfast“!  Wow!

In Berlin, dem derzeitigen deutschen Zentrum der Startup-Szene, sind viele interessante Angebote rund um das Thema „Agile“ zu finden. Hier hat man schnell(er) herausgefunden, welche Bedeutung Agiltät hat und warum „klassische Zusammenarbeit“ eher der Vergangenheit angehört (vgl. http://karriereblog.svenja-hofert.de/2014/11/studie-agiles-teamwork-ist-erfolgreicher-als-klassische-zusammenarbeit/.  

Um Teams auf dem Weg zu einer agilen Unternehmenskultur zu unterstützen, werden z.B. spannende HR Safaris veranstaltet. In der Produktion hat das Thema "Lean" schon seit den beiden letzten Dekaden neue Akzente gesetzt.  Dies zeigen diverse interessante Bücher wie z.B. "Raus aus der Lean-Falle: Lean erfolgreich zur Gewohnheit machen" von Daniela Best & Albert Hurzt (2014) sowie "The Lean Startup" von Eric Ries  (vgl. http://www.agileteams.de/literatur).

Auch für die Themen "Innovation" und "Startups" existieren inzwischen diverse Publikationen. "Agile Innovation" sowie "The Lean Startup" liefern überzeugende Konzepte, wie "Agile" und "Lean" auf neue Unternehmensbereiche (Produktmanagement) oder spezifische Unternehmensformen wie ein Startup übertagen werden können. 

Meine These an dieser Stelle: Die Entwicklung ist hier längst nicht abgeschlossen. Was mich interessiert: nicht ob "Agile" und "Lean" , sondern eher wie, wann, über welche Weg, etc. Welche Unternehmen eigenen sich, um Lean oder Agile Konzepte einzuführen? Interessant dazu ist das Kulturmodell des Belgiers Frederic Laloux, der in „Reinventing Organizations“ evolutionär die unterschiedlichen Organisationsformen in ihren Eigenschaften und ihrer „Verbreitung“ beschreibt:

a) Tribal „Rot“ -> Das Wolfsrudel -> Heute z.B. noch bei der Mafia gebräuchlich -> Mit Angst setzt der machtvolle Führer seine Vorstellungen durch

b) Traditionell „Bernstein“ -> Hier wurde das Organigramm erfunden -> Hierarchie und die Befehlskette ist die Garantie für Effizienz

c) Modern „Orange“ -> Ständige Optimierung -> Ingenieursvokabeln dominieren -> Budgets + Zielvorgaben + „Vernunft“ sind „Key“

d) Postmodern „Grün“ -> Weiche Aspekte -> „Culture over Strategy“ + Coaching + Empowerment -> Hier geht es um Selbstorganisation + Zuhören

e) Integral „Petrol“ -> Ganzheitlichkeit + Selbstmanagement -> ein gemeinsam weiterentwickelter „Zweck“ bzw. „Sinn“ des Unternehmens

Hierzu auch ein schönes „Erklär-Video“ Video von Peter Green
https://vimeo.com/121517508

 

 

 

 

Nach der Unterteilung von Frederic Laloux machen "Agile" und "Lean" vor allem für grüne und petrol-farbene Organisationen Sinn. Aber auch orange Organisationen lassen sich unter bestimmten Voraussetzungen zu grünen Organisationen weiterentwickeln. Erst dann entfalten Scrum, DesignThinking, Lean, Kaizen & Co. ihre wirkliche Kraft. 

Viele Menschen fühlen, dass traditionelle Vorgehensweisen „nicht mehr passend“ sind. Es braucht mehr Unternehmen die sich trauen, den Mitarbeiter/innen zu ermöglichen, ihr „ganzen Ich“ zu finden und zu entfalten. Frederic Laloux zitiert einen Mitarbeiter in einem solchen Unternehmen:„Manchmal wünsche ich mit, dass es zu Hause ein bisschen mehr ist wie auf der Arbeit!“.

Agile Teams und agile Unternehmen, das gestehen sich auch in der D-A-CH Region jetzt immer mehr Top-Manager ein, das ist es, was auch Unternehmen hierzulande brauchen. Denn diese sind einfach erfolgreicher. Dazu passt der Blog-Beitrag von Stephan Grabmeier: In „Scrum: In kurzen Sprints schneller zum Ziel“  ist der Stand der Dinge eindrucksvoll zusammengefasst: Scrum als meist genutzte Agile Management-Methode ersetzt den „Wasserfall“, wo wie man so sagt die Planung dann von oben „heruntergebrochen“ wird (ich mochte diesen Ausdruck noch nie!), denn dieser so Stephan Grabmeier „hat ausgedient“, dagegen setzt er – und weltweit viele andere aus der Agile Community – Scrum, bei dem das Prinzip „Always Beta“ gilt.

Der Product Owner, der im Laufenden Entwicklungsprozess die Stakeholder vertritt, hat alle möglichen Weiterentwicklungen im Product Backlog „im Blick“. Gemeinsam mit dem Team wird dann priorisiert, was in den nächsten „Sprint“ kommt. In kurzen ein- bis vierwöchigen „Iterationen“, also „vollständigen kleine Entwicklungssequenzen“ werden ausgesuchte Features gestest und qualitätsgesichert im Sinne eines potenziell auslieferbaren Produktes fertiggestellt und sodann mit der Anwenderseite diskutiert. Instant Feedback, so schnell wie möglich verstehen, was der Kunde will und auch dem Kunden die Möglichkeit geben, zu entdecken, was für ihn wirklich zählt. Keinen Abfall produzieren. Die Japaner sprechen hier „Muda“, viele frustrierten Projektmitarbeiter hierzulande von „für die Schublade“. 

Worum geht es konkret: Teams können auch im Prozess besser werden. Nach jedem Sprint reflektiert das Team in einer Retrospektive – unterstützt durch den ScrumMaster – wo es sich noch weiter verbessern kann. So wird „Lernen“ institutionalisiert. Auch das Daily Standup Meeting, 15 Minuten, 3 Fragen pro Nase, nicht mehr, holt alle zusammen, motiviert, verschafft jedem einen Überblick, fördert „mitdenken“ und Verantwortung, erlaubt Teams so mehr „Wert“ zu schaffen also jemals zuvor.

„Doppelte Arbeitsergebnisse in der Hälfte der Zeit“ verspricht der Miterfinder von Scrum Jeff Sutherland – und ja, das ist ein „revolutionärer Ansatz“, der zur Zeit die großen und kleinen Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz bewegt und der vieles – auch und gerade vieles außerhalb der IT – in den nächsten Jahren massiv verändern wird. Management ist nicht mehr Management wie wir es zu kennen glaubten. Es versteht sich eher als „Wegbereiter“, „Hindernisbeseitiger“ und „Weichensteller“.

Auch Führung ist nicht mehr Führung wie wir Sie kennen. Sie ist eher unterstützend-supportiv, visions-kommunizierend und coachend-befähigend.  Arbeit ist nicht mehr Arbeit wie wir Sie kennen, sondern Arbeit wird Arbeit mit Sinn, Flow und Engagement. Und mit Verantwortung, die aus Vertrauen erwächst, welches durch Zutrauen entsteht, das auf realen Ergebnissen und ehrlichem Feedback hierzu erwächst.   

Die Agile und Scrum Grundlagen sowie die zugrunde liegenden psychologischen Prinzipien hiervon werde ich mir für das Buch „Agile Unternehmen: Nur was sich bewegt, kann sich verändern“ noch einmal sehr genau anschauen, mit vielen Menschen diskutieren, und (hoffentlich!) spannend, unterhaltsam und gut lesbar ausarbeiten. Ich möchte mein Buch so organisieren, dass – ausgehend von einem wirklich profunden Verständnis – Jeder oder Jede sich selbst dann die agilen Denk- und Handlungsweisen „herauspicken“ kann, welche im jeweiligen Job- und Unternehmens-Kontext passend erscheinen. Nicht „all fit‘s for one“ sondern als praktisches Auswahl-Menü, denn die Geschmäcker (und auch die "Bedarfe") sind unterschiedlich.

Mein Gedanke: Die „agile Welt“ im Detail zu erforschen und mundgerecht zuzubereiten, auf dem Papier habe ich hierfür 90 Tagen Zeit, denn am 30. November 2015 werde ich das Manuskript beim BusinessVillage Verlag einreichen.

Wenn ich einige Inhouse-Seminare hiervon abziehe, so sind es dann unterm Strich rund „80 Tage“ für  diese kleine (oder große!) Weltreise, auf die ich mich wirklich sehr freue!!! Und nach Jules Verne reicht das ja zeitlich völlig aus ;-))

Wie viele Sprints? Wie viele Iterationen? Wie viele Herausforderungen? Viel viele Wendepunkte (der Lean-Startup-Fachmann / die Lean-Startup-Fachfrau spricht hier von„Pivots“)?

Mal schauen, so genau kann ich es noch nicht sagen. In der agilen Welt, geht es ja darum, Unvorhersehbares "gut handzuhaben", (viele) Fehler zu machen, und zwar schnell, und mit Unsicherheiten „umzugehen“ sowie stets für neue Lernerkenntnisse zu sorgen.

Ich weiß also noch nicht präzise, wo mich dieses interessante Buch-Projekt noch überall hinführt. Erste Interviews, die ich bereits zu dem Thema geführt habe, lieferten mir jedoch schon interessante Hinweise! Die viele Einsichten, die ich schon jetzt für mich und für künftige Projekte gewonnen habe, sind vielversprechend, und ich sag einfach mal auch „super-spannend“. Let’s go for it!

Valentin Nowotny

PS: Ich schreibe dieses Buch klassisch als „Monografie“, trotzdem und vielleicht auch gerade deshalb freue ich mich über alle Formen des Mitdenkens und des fachübergreifenden Dialogs. Vieles was ich in Zusammenhang mit dem Buch recherchiere (Literatur, Blogs/Fachartikel, Videos, Studien, Glossar, etc. poste ich regelmäßig. Und zwar über den Twitter-Account @agileteams_de bzw. auf der Website AgileTeams.de: Das Portal für agile Teams und agile Unternehmen“. Unterschiedliche Formen der Kollaboration sind von meiner Seite also ausdrücklich erwünscht :-))